An den Küsten Europas wurde früher intensiv Seegras genutzt – im Haushalt und beim Hausbau. Das Öko-Material hat hervorragende Eigenschaften, egal, ob man damit Matratzen stopft oder es aufgrund seiner geringen Wärmeleitfähigkeit als Wand- und Deckenisolierung einsetzt. Sogar Dächer wurden auf einigen dänischen Inseln mit Seegras gedeckt.
Heute wird getrocknetes und zerfasertes Seegras als Außen-, Innen-, Zwischensparren- und Deckendämmung eingesetzt. Eine Seegrasdämmung reguliert auf natürliche Weise die Luftfeuchtigkeit der Innenräume, dient als Schall-, Schimmel- und sogar als Brandschutz, weil das salzhaltige Material schwer entflammbar ist.
Verwendet werden Ostsee-Seegras oder Neptunbälle aus dem Mittelmeer, die an Blasentang, eine Braunalgen-Art, erinnern. Seegras ist erst seit 2010 als Baustoff zugelassen und wird nur in geringer Menge hergestellt beziehungsweise angeboten. Das Naturmaterial ist deutlich teurer als andere (natürliche) Dämmstoffe.