Welches Werkzeug wird benötigt?
Für einen ordentlichen Reifenwechsel werden im Wesentlichen ein Wagenheber, ein Radmutternschlüssel oder Radkreuz, ein Drehmomentschlüssel sowie ein Reifendruckprüfer benötigt.
Jedes Fahrzeug hat am Rahmen verstärkte Stellen, an denen der Wagen angehoben werden darf. Mit einem passenden Wagenheber wird hier die Arbeit vereinfacht.
Radmutternschlüssel bieten aufgrund ihrer Teleskopfunktion eine Hebelverlängerung. So können auch festsitzende Radschrauben oder Radmuttern leicht gelöst werden. Ein Radkreuz hingegen benötigt zwar etwas mehr Kraft, kann aber leichter in Rotation versetzt werden und so Schrauben schneller entfernt und eingedreht werden. Optional kann auch ein Schlagschrauber helfen, sehr festsitzende Muttern und Schrauben zu lösen.
Um nach der Montage die Radverschraubungen mit der erforderlichen Kraft wieder anziehen zu können, wird ein Drehmomentschlüssel benötigt. Der Drehmomentschlüssel ist wohl das wichtigste Werkzeug beim Reifenwechsel und absolut unverzichtbar. Er verhindert zudem, dass Radbolzen oder Muttern überdreht werden.
Alles für den Reifenwechsel >
Vorgehensweise beim Reifenwechseln
1. Handbremse anziehen
Stellen Sie das Auto so ab, dass Sie seitlich genügend Platz zum Arbeiten haben. Legen Sie den 1. Gang ein und ziehen Sie die Handbremse an.
2. Radverschraubungen lockern
Sollten die Felgen mit Radkappen verkleidet sein, nehmen Sie diese ab. Lockern Sie anschließend die Radverschraubungen mit einem Radmutternschlüssel, Radkreuz oder Schlagschrauber entgegen dem Uhrzeigersinn. Zu diesem Zeitpunkt sollte das Auto noch auf den Rädern stehen.
3. Wagen anheben
Heben Sie nun das Fahrzeug mit einem Wagenheber an. Achten Sie darauf, dass das Rad frei am Federbein hängt und nicht mehr am Boden ankommt.
4. Radverschraubungen entfernen
Entfernen Sie nun die Radmuttern bzw. Radbolzen und nehmen Sie das Rad ab.
Tipp: Drücken Sie die Felge beim Entfernen der letzten Verschraubung leicht gegen die Radnabe, um ein vorzeitiges abrutschen oder verkanten des Rads zu verhindern.
5. Neues Rad aufsetzen
Setzen Sie nun das neue Rad auf die Radnabe. Wichtig ist dabei, dass die Schraubenlöcher von der Felge mit den Gewindebohrungen in der Nabe deckungsgleich sind. Kontrollieren Sie zudem die Laufrichtung des Rads.
6. Radverschraubungen montieren
Montieren Sie nun die Verschraubungen.
Tipp: Die Verschraubungen müssen sich leicht drehen lassen und dürfen nicht klemmen oder schwergängig sein. In diesem Fall die Verschraubung wieder lösen und noch einmal gerade ansetzen. Ziehen Sie jetzt die Verschraubungen handfest an. Die Felge darf nicht mehr wackeln und muss ganzflächig an der Radauflage aufliegen.
7. Wagen leicht absenken
Senken Sie den Wagen nun leicht ab, sodass das Rad den Boden leicht berührt.
Tipp: Das Fahrzeug nicht vollständig ablassen. Wenn der Druck auf den Reifen noch nicht so groß ist, kann sich das Rad beim Festziehen der Verschraubungen noch gut ausrichten. Gleichzeitig wird bei leichtem Bodenkontakt aber genügend Widerstand geleistet, sodass sich das Rad beim Festziehen nicht drehen kann.
8. Radverschraubungen festziehen
Ziehen Sie nun die Radverschraubungen mit einem Drehmomentschlüssel fest an. Welcher Anzugsmoment am Drehmomentschlüssel eingestellt werden muss, kann im Normalfall im Bordbuch des Fahrzeugs nachgelesen werden.
9. Wagen komplett absenken
Lassen Sie den Wagen komplett ab, wenn alle Schrauben mit dem notwendigen Drehmoment festgezogen wurden.
10. Reifendruck überprüfen
Überprüfen Sie nun mithilfe eines Reifendruckprüfers den Luftdruck aller vier Reifen. Die erforderlichen Werte stehen entweder auf dem Tankdeckel, im Türholmen oder im Fahrzeugbuch.
11. Radkappen montieren
Sollten Radkappen benutzt werden, können diese nun wieder montiert werden.
12. Radverschraubungen überprüfen
Überprüfen Sie nach ca. 50 bis 100 Kilometern den Sitz der Radbolzen mit einem Drehmomentschlüssel.