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Marienkäfer, Regenwurm & Co. - diese Helferlein sind in Ihrem Garten
Oft nehmen wir sie kaum wahr – oder eben doch und wir empfinden sie als lästig. Dabei werden Nützlinge ihrem Namen in so vieler Hinsicht gerecht! Wir zeigen Ihnen die vielen Qualitäten der kleinen freiwilligen Gartenhelfer und verraten, wie man den Garten so gestaltet, dass sich Insekten, Vögel und Co. wohlfühlen. Als Nützlinge werden meist Insekten und Kleintiere bezeichnet, die einen bestimmten Nutzen für uns Menschen erfüllen. Sie fressen Schädlinge, lockern die Erde, bestäuben Pflanzen oder verwerten Gartenabfälle. Aber: Fast jeder Nützling kann auch auf gewisse Weise ein Schädling sein – und umgekehrt. Denn in der Natur ist alles eine Frage des Gleichgewichts aus Geben und Nehmen. Ein Beispiel: Damit sich blattlausfressende Arten wie der Marienkäfer im Garten wohlfühlen und dort bleiben, muss zunächst eine gewisse Population an Blattläusen vorhanden sein. Dann wächst auch die Zahl der Nützlinge – so lange, bis die Blattlaus-Bevölkerung nicht mehr zur Verköstigung aller ausreicht und sich der Bestand der Nützlinge wiederum verringert. Dann beginnt der Kreislauf wieder von vorn. Gartenbesitzer müssen diesen Kreislauf allerdings zulassen und dürfen nicht durch den Einsatz von Pestiziden eingreifen.Was sind eigentlich Nützlinge?Damit sich die fleißigen Tierchen dort niederlassen, sollte er möglichst naturnah angelegt sein. Setzen Sie am besten auf einen üppigen, abwechslungsreichen Mix aus heimischen Blüh- und Grünpflanzen . Verzichten Sie außerdem so konsequent wie möglich auf Insektizide. Wenn sich beispielsweise Blattläuse ansiedeln, ist das kein Grund zur Sorge, denn sie läuten auch die Ankunft der Nützlinge ein. Mit Laub- und Reisighaufen sowie Wildgehölzhecken bieten Sie Insekten, Säugetieren und Vögeln sowohl Unterschlupf als auch ein Jagdrevier. Steinmauern oder ein Teich locken Eidechsen und Kröten in Ihren Garten. Damit sich Bodennützlinge wohlfühlen, sollte das Erdreich chemiefrei bleiben. Besonders beliebt bei den hilfreichen Würmern und Mikroorganismen ist der Kompost. Für Insekten bieten abgestorbene Blütenstände einen willkommenen Unterschlupf. Noch effektiver sind Nützlingsquartiere wie Insektenhotels , die die gewünschten Gäste in Ihr grünes Reich locken. Insektenhotels können Sie auch mit einfachen Mitteln selbst bauen mit unserer Anleitung .Nützlingen einen Lebensraum bietenGönnen Sie Ihrem Garten ruhig ein wenig Chaos. Sorgen Sie für Pflanzenvielfalt und schaffen Sie gezielt Bereiche, in denen Nützlinge Unterschlupf und Nahrung finden. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihren Garten attraktiver für Igel, Eidechsen, Bienen und andere Tiere machen können. Vogelnistkästen : Geben Sie den Piepmätzen einen geschützten Platz zum Brüten. Sie werden es Ihnen mit ihrem lieblichen Gesang danken und die Insektenpopulation im Zaum halten. Auch Vogelhäuser und Tränken lockt die kleinen Helferlein an. Insektenhotel: Schlupfwespen, Wildbienen oder Florfliegen ziehen gerne in die vorgefertigten Quartiere ein, um dort zu nisten und zu überwintern. Totholzhaufen: Mut zur Unordnung! Nicht jede Laub- und Holzansammlung muss sofort entfernt werden. An einem halbschattigen Platz wird sie zum Tummelplatz für verschiedene Nützlinge wie Igel oder Blindschleichen. Futterpflanzen für Nützlinge: Schaffen Sie eine nahrhafte Umgebung für die hilfreichen Insekten. Marienkäfer freuen sich zum Beispiel über Dill und Steinkraut . Schwebfliegen lieben blühenden Staudenfenchel. Futter für Bienen: Die fleißigen Bestäuber sind auf eine abwechslungsreiche Ernährung angewiesen. Sie mögen unter anderem Sommerblumen wie Cosmea , Ringelblumen oder Sonnenblumen . Gemischte Blüten-/Wildobststräucher: Sie sind eine willkommene Pollen- und Nektarquelle für Bienen oder Hummeln und bieten Igeln und Vögeln einen Lebensraum. Mauern und Findlinge: Der perfekte Platz für Eidechsen, um durch ein Sonnenbad ihre Körpertemperatur zu erhöhen. Dadurch werden sie deutlich agiler und erwischen bei ihrer Jagd umso mehr Schädlinge. Schädlinge zulassen: Die Hauptnahrung vieler Nützlinge sind die unbeliebten Blattläuse. Sie locken Nützlinge überhaupt erst in den Garten. Deshalb sollten Sie Blattläuse besonders im Frühjahr dulden. Gartenteich : Die Wasseroase erfreut Menschen und Tiere gleichermaßen. Frösche und Kröten gehen dort beispielsweise auf Schneckenjagd und Libellen halten Mücken in Schach.Hier fühlen sich Nützlinge ZuhauseNützlinge sind nicht nur Schädlingsvertilger. Sie können auch als Bestäuber oder Bodenbearbeiter tätig sein. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge sind beispielsweise maßgeblich für eine ertragreiche Obst- und Gemüsezucht. Regenwürmer lockern das Erdreich und sorgen so für eine gute Belüftung und Drainage. Durch die Verdauung von organischen Bodenanteilen leisten sie zudem einen wichtigen Beitrag zur Humusbildung und steigern somit den Nährstoffgehalt im Boden. Gegen Schädlinge wie Blattläuse, Thripse oder Spinnmilben helfen jedoch am besten ein paar zuverlässige Fressfeinde. Welche Sie davon in Ihrem Garten ansiedeln möchten, sollten Sie von der jeweiligen Schädlingsart abhängig machen. Das bedeutet: Bestimmen Sie zuerst den Schädling und lassen Sie dann den passenden Gegenspieler darauf los. Hier zwei Beispiele: Thripse sind etwa 1–2 mm lang, haben einen stäbchenförmigen Körper und gefranste Flügel. Sie schaben das Blattgrün von Blättern ab und saugen Pflanzenzellen aus. Dadurch gelangt Luft in die Zellen, die Pflanze trocknet aus und verkrüppelt. Am besten helfen die Raubmilbenarten Amblyseius cucumeris und Amblyseius barkeri gegen Thripse. Die Nützlinge können in Tütchen an die Pflanze gehängt oder auf sie gestreut werden. Die Schlupfwespe bekämpft den Schädling Weiße Fliege dagegen durch sogenannte Parasitierung. Das bedeutet, dass sie ihre Eier unterhalb der Larven der Weißen Fliege ablegt, sodass sich die neu geschlüpften Schlupfwespen direkt darin einnisten können.Artenvielfalt im ÜberblickBestäuberBiene (Anthophila) Honigbienen und ihre Verwandten, wie Mauer- oder Wildbienen, sorgen durch Bestäubung für das Fortbestehen und die Vermehrung von Blütenpflanzen. Bei Obstbäumen fördern sie einen reichen Ertrag. Honigbienen sind blütentreu, das heißt Sie besuchen pro Flug nur die Blüten einer bestimmten Art. Sie sammeln Nektar erst ab einem gewissen Zuckergehalt. Die solitär lebende Wildbiene ist dagegen bei der Nektarsuche auch mit weniger zufrieden. Sie nisten in morschem Holz, Pflanzenstängeln oder verlassenen Käfertunneln. So locken Sie Bienen in den Garten: Bepflanzen Sie Ihren Garten mit heimischen Wildblumen wie dem Gelben Sonnenröschen, der Rundblättrigen Glockenblume, der Rispenflockenblume oder der Wegwarte. Aber auch Kräuter wie Lavendel oder Thymian sind besonders beliebt.Schmetterling (Lepidoptera) Es gibt sie in unzähligen verschiedenen Arten, doch wie bei den Bienen sind viele davon vom Aussterben bedroht. Grund dafür sind schwindende Lebensräume und der Einsatz von Pestiziden. Dabei bereichern die wunderschön gemusterten Flattertiere nicht nur optisch den Garten, sondern sie leisten auch einen wertvollen Beitrag zur Bestäubung. Damit Schmetterlinge in Ihren Garten kommen, sollten Sie von Frühjahr bis Herbst eine vielfältige Auswahl heimischer, ungefüllter Wildblüten anbieten. So locken Sie Schmetterlinge in den Garten: Für Raupen: vornehmlich Brennnesseln Für Schmetterlinge: heimische Wildblumen, wobei es hierfür gibt es auch spezielle Saatgutmischungen gibtSchädlingsfresserMarienkäfer (Coccinellidae) Marienkäfer gelten als Glücksbringer. Insgesamt gibt es rund 100 verschiedene Arten. Sie fressen hauptsächlich Blattläuse, Schildläuse und Spinnmilben. Bereits als Larve (ca. 30 bis 60 Tage), fressen sie bis zu 800 Blattläuse. Über ihr gesamtes Leben können es sogar 4.000 werden. Deshalb sind sie beliebte Schädlingsbekämpfer in Gartenbau und der Landwirtschaft. Je nach Klima entstehen ein bis drei Generationen pro Jahr. Die ausgewachsenen Tiere überwintern an geschützten Orten wie Steinhaufen, Gehölz oder Hecken. So locken Sie Marienkäfer in Ihren Garten: Oberstes Gebot ist wie bei allen Nützlingen, auf chemische Pflanzenschutzmittel zu verzichten. Ansonsten helfen sonnige, trockene Versteckmöglichkeiten wie Laubhaufen oder dichtes Gebüsch und eine abwechslungsreiche Bepflanzung, beispielsweise mit Wildkräutern, und ein Insektenhotel.Igel (Erinaceidae) Der braunbrüstige Einzelgänger wird bei Gartenfreunden nicht nur aufgrund seines putzigen Aussehens geschätzt: Er ist ein effektiver Schnecken- und Insektenfresser, besonders im Spätsommer, wenn er sich auf seinen Winterschlaf vorbereitet. Dabei frisst er allerdings auch Nützlinge wie Regenwürmer. Wichtig: Igel sind Wildtiere. Sie sollten nicht ins Haus geholt werden! Wenn Sie ein verletztes oder im Winter ein geschwächtes Tier finden, kontaktieren Sie einen Tierarzt oder eine Igelstation. Wie Sie Igeln im Herbst unterstützen können, erfahren Sie hier . So locken Sie Igel in den Garten: Stellen Sie geschützte Quartiere wie dichte Hecken, Laub- und Reisighaufen oder ein Igelhaus bereit. Achten Sie darauf, Durchschlupfmöglichkeiten in Zäunen einzubauen bzw. den Zaun nicht ganz bis zum Boden anbringen. Sorgen Sie außerdem für Trinkmöglichkeiten (Wasser, keine Milch!).Eidechse (Lacertidae) Ebenfalls beliebt als Schädlingsvertilger: die Eidechse. In Österreich leben vor allem Zaun-, Mauer- und Waldeidechsen. Die flinken Reptilien sind wechselwarm, das heißt, ihre Körpertemperatur passt sich der Umgebung an. Deshalb brauchen Eidechsen sonnige Plätze, an denen sie sich morgens aufwärmen können. Auch hier gilt: Die Natur macht keinen Unterschied zwischen Nützling und Schädling. So stehen Eidechsen beispielsweise auf dem Speiseplan von Igeln, Vögeln und gelegentlich auch von Maulwürfen. So locken Sie Eidechsen in Ihren Garten: Schaffen Sie verschiedene Temperaturzonen: Hecken, Stauden, hochgewachsene Grasfleckchen und Blumenbeete zum Jagen und Verstecken. Sonnige, trockene Orte wie Trockenmauern, Steinhaufen und Totholz eignen sich ideal zum Erwärmen.Florfliege (Chrysopidae) Die Gemeine Florfliege, auch Goldauge genannt, ist einer der beliebtesten und effektivsten Schädlingsbekämpfer. Ob im Gewächshaus, in Innenräumen oder im Freien: Die Nützlinge können überall eingesetzt werden und vertilgen bereits im Larvenstadium bis zu 210 Blattläuse pro Woche. Auch Thripse, Spinnmilben, Schmier- und Wollläuse stehen auf ihrem Speiseplan, wodurch sie sich ideal bei Mischbefall von Pflanzen eignen. Sie können Florfliegen als Larven im Fachhandel kaufen oder sie durch einen blumenreichen Garten anlocken. So locken Sie Florfliegen in den Garten: Bringen Sie ein Insektenhotel an und/oder stellen Sie andere Unterschlupf-Möglichkeiten bereit. Eine abwechslungsreiche Bepflanzung mit Blumen und vor allem Katenminze bereitet optimale Bedingungen für die Florfliege an. Alternativ können Sie die Larven im Fachhandel erwerben.Kohlmeise (Parus major) Sie hat einen gelben Bauch mit schwarzem Streifen, einen schwarz-weißen Kopf und eine kaum zu überhörende Singstimme. Die Kohlmeise ist in beinahe jedem österreichischen Garten zu finden. Um ihren Nachwuchs zu füttern, sammeln die Vögel unablässig Blattläuse, Raupen sowie andere Insekten und Larven. Sie lassen sich durch ein reichhaltiges Nahrungsangebot anlocken, also eine vielseitige Bepflanzung, in der sich allerlei Kleingetier tummelt. Im Winter helfen Meisenknödel bei der Futtersuche und ein Nistkasten bietet Unterschlupf. So locken Sie Kohlmeisen in Ihren Garten: Schaffen Sie ein reichhaltiges Angebot an Insekten und Larven mit verschiedensten Pflanzen in Ihrem Garten. Stellen Sie ein Vogelfutterhaus auf und befüllen es regelmäßig. Bringen Sie Nistkästen mit 3 cm großem Flugloch an geschützten Orten an.Kröte (Bufonidae) Heimische Amphibien wie Frösche und Molche sind wirkungsvolle Schädlingsbekämpfer. Auf ihrem Speiseplan stehen nicht nur Insekten, sondern beispielsweise auch Schnecken. Damit sich Kröten & Co. in Ihrem Garten wohlfühlen, brauchen Sie keinen Gartenteich – auch wenn dieser bevorzugt angenommen wird. Schaffen Sie stattdessen Rückzugsorte wie Reisig-, Laub- oder Totholzhaufen, Hecken oder eine Trockenmauer. Übrigens: Erdkröten stehen unter Naturschutz, das heißt, sie dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden. So locken Sie Kröten in den Garten: Verzichten Sie auf den Einsatz von chemischen Insekten- oder Schneckenvernichtungsmitteln bzw. Pestiziden generell. Ein üppig bepflanzter Teich bietet perfekte Bedingungen, auch zum Laichen. Stein-, Laub-, Reisig- oder Totholzhaufen dienen als Tages- bzw. Überwinterungsquartier.BodenpflegerRegenwurm (Lumbricidae) Auch wenn sie für den Laien alle mehr oder weniger gleich aussehen, gibt es zahlreiche verschiedene Arten von Regenwürmern. Sie tragen in vielerlei Hinsicht zur Verbesserung der Bodenqualität bei: Sie graben sich ins Erdreich, wodurch dieses gelockert, durchmischt und belüftet wird. Darüber hinaus verdauen sie beispielsweise Pflanzenreste und produzieren durch ihre Ausscheidungen einen nährstoffreichen Ton-Humus-Komplex, der das Wachstum von Mikroorganismen im Boden begünstigt. So locken Sie Regenwürmer in Ihren Garten: Ein Komposthaufen bzw. das Verteilen von Komposterde im Garten lockt die fleißigen Helfer besonders an. Alternativ können Sie auch zur Neuanlage von Garten oder Kompost Regenwürmer kaufen.Tausendfüßer (Myriapoda) Die faszinierenden Tausendfüßer unterteilen sich in unzählige Arten, wobei meist schlicht die Klasse der Doppelfüßer gemeint ist. Die vielbeinigen Tierchen reagieren sehr empfindlich auf ihren Lebensraum und sind daher hervorragende Indikatoren für die Bodenqualität. Sie verbreiten sich vor allem in humusreichen Untergründen, in denen genügend Kalk, Kalium und Phosphor vorhanden sind. Haben Sie viele Tausendfüßer im Garten? Das könnte vielleicht auch auf einen Stickstoffmangel im Boden hinweisen. Nehmen Sie hierfür Kompost, Mist oder Hornspäne und arbeiten das Material in die Erde ein. Alternativ können Sie an der Stelle auch Leguminosen (Klee, Lupine, Wicke, Erbsen und Co.) als Gründüngung ausbringen, die mit Ihren Wurzeln das Erdreich lockern und Stickstoff binden. So locken Sie die Tausendfüßer in Ihren Garten: Sie lieben gut versorgte Böden, die durch Nutzung wenig gestört werden.Das war ein kleiner Auszug der unzähligen Nützlingen in unseren Gärten. Vor allem im Garten sollten wir so wenig wie möglich eingreifen, da die Natur auch ohne unser Zutun im Gleichgewicht bleibt. Ab und zu schadet ein biologisches Spritzmittel nicht, die Ausbringung sollte sich jedoch in Grenzen halten. Entdecken Sie noch weitere spannende Themen rund um die kleinen Helferlein sowie eine Anleitung für ein Wildbienen-Sandarium.
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Bunte Mischung im Gemüsebeet für gestärkte Pflanzen
Im Gemüsebeet dreht sich alles um gesunde Pflanzen und dass der Ertrag möglichst groß ausfällt. Die Natur lehrt uns, dass verschiedene Pflanzen auch in einer Symbiose leben können, in der Geben und Nehmen eine wichtige Rolle spielt. Bei einer Mischkultur im Gemüsebeet mit Kräutern und Blumen bewirken Sie genau das, wobei der Effekt, der dem Gemüse und dem Boden zugute kommt, bedeutend ist. Wir zeigen Ihnen, wieso es so wichtig ist auf Mischkultur im Beet zu achten, welche Vorteile Sie daraus ziehen und welche Kräuter und Blumen sich perfekt als Pflanzpartner eignen. Bei der Mischkultur im Gemüsebeet setzt man auf positive Effekte, die bestimmte Pflanzen aufeinander haben, wobei hier auch Kräuter und Blumen ins Spiel kommen. Die Wirkung zeigt sich meist indem Pflanzen kräftiger wachsen, Sie mehr ernten können, der Boden vor Austrocknung geschützt wird und Schädlinge ferngehalten werden. Mit der richtigen Bepflanzung können Sie zudem auch die vorhandene Fläche im Beet optimal nutzen, indem Sie beispielsweise Knoblauch zwischen Tomaten oder Lauch zwischen Salatpflanzen ansetzen. So erhalten Sie mehr Ertrag auf kleinerer Fläche. Ihr Gemüse ist bei einer Mischkultur weniger anfällig für Schädlinge und Krankheiten, im Gegensatz zu einer Monokultur. Zwar kann es auch hier zu einem Schädlingsbefall kommen, aber durch eine große Artenvielfalt locken Sie auch viele natürliche Feinde und Nützlinge an, die dem ganzen entgegenwirken. Zudem ist die bunte Mischung im Beet auch etwas fürs Auge. Achten Sie bei einer Mischkultur jedoch immer darauf, ob sich die Gemüsepflanzen untereinander vertragen. Es kann nämlich auch sein, dass sich die Pflanzen Energie und Nährstoffe rauben und somit die Ernte eher schlecht ausfällt bzw. die Pflanzen auch viel anfälliger für Krankheiten sind. Außerdem sollten Sie es bei einer Mischkultur nicht übertreiben. Pflanzen Sie lieber nur drei bis vier Kombinationen an, damit Sie nicht den Überblick verlieren.Vorteile von Mischkultur im GemüsebeetDuftende Küchen- und Heilkräuter sind in jedem Garten beliebt. Werden Sie im Gemüsebeet angebaut, so locken Sie nicht nur Nützlinge an, sondern vertreiben mit ihren ätherischen Ölen und Besonderheiten auch Schädlinge und fördern das Aroma der verschiedenen Gemüsesorten. Zudem wachsen Sie oftmals sehr platzsparend, wodurch sie sich perfekt als Zwischenpflanzung eignen und so den Boden vor Austrocknung schützen. Kräuter können Sie entweder schon fertig als Pflanze kaufen oder beim Einsetzen Ihrer Gemüsepflanzen mittels Samen im Beet ausbringen, da sie auch relativ schnell wachsen. Kräuter im GemüsebeetBasilikum sollte in keinem Garten fehlen, weil er nicht nur besonders nützlich in der Mischkultur ist, sondern auch perfekt zu italienischen Speisen passt. Im Gemüsebeet macht sich Basilikum besonders gut, wenn er zwischen Tomatenpflanzen gesetzt wird. Er hilft hier beispielsweise mit Mehltau oder der weißen Fliege und sorgt dafür, dass die Tomaten die Nährstoffe besser aufnehmen. Außerdem verleiht er den fertigen Früchten der Pflanze mehr Aroma. Mit seiner Blüte und dem intensiven Duft zieht er zudem auch wichtige Bestäuber an und kann auch Kohlweißlinge fernhalten. Er passt neben Tomaten auch perfekt zur Bepflanzung bei Chili, Paprika, Kohl, Gurke oder Zucchini. Schlechte Nachbarn von Basilikum: Bohnenkraut, Minze, Melisse, Salbei, Thymian, Majoran, Liebstöckel, TopinamburBasilikum (Ocimum basilicum)Genau wie Basilikum punktet auch Oregano im Gemüsebeet mit seinen ätherischen Ölen und intensivem Duft. Er hält dadurch ebenfalls verschiedene Schädlinge fern und zieht wichtige Nützlinge an. Auch er passt perfekt zu Tomaten, Chili und Paprika, aber auch neben Lauch, Zwiebeln und Kürbis. Schlechte Nachbarn von Oregano: Majoran, Liebstöckel, TopinamburOregano (Origanum vulgare)Auch der Thymian hält wieder viele Schädlinge wie Läuse, Kohlweißling oder auch Schnecken fern und zieht kleine Insekten an. Bei der Anzucht im Gemüsebeet eignet er sich besonders gut neben Chili, Brokkoli, verschiedene Kohlsorten, Karotten, Kohlrabi, Paprika und Salate. Schlechte Nachbarn von Thymian: Majoran, Dill, Basilikum, Minze, Ringelblume, Liebstöckel, TopinamburThymian (Thymus)Dill fördert die Keimfähigkeit beispielsweise bei Gurken oder Karotten und bringt bei einer Zwischenpflanzung bei vielen Gemüsesorten ein besseres Aroma. Er vertreibt zudem auch Wurzelschädlinge von Karotten und Zwiebeln sowie Blattläuse, Kohlweißlinge und Karottenfliegen. Er passt neben Gurken und Karotten auch sehr gut zu Bohnen, verschiedene Kohlsorten, Paprika, Chili, Kohlrabi, Salate, Erbsen, Rote Beete, Spargel und noch vielen mehr. Schlechte Nachbarn von Dill: Salbei, Thymian, Fenchel, Estragon, Kapuzinerkresse, Kresse, Kürbis, Liebstöckel, TopinamburDill (Anethum graveolens)Schädlinge hält er fern und Nützlinge lockt er mit seinem Duft an – der Schnittlauch . Er lockert als Zwischenpflanzung oder am Beetrand den Boden auf und passt perfekt zu Weißkohl, Karotten, Sellerie, Spinat, Tomaten, Pastinake oder auch zu Erdbeeren. Schlechte Nachbarn von Schnittlauch: Rosmarin, Koriander, Bohnen, Kresse, Lauch, Topinambur, Rote Beete, Liebstöckel, verschiedene Kohlarten, ErbsenSchnittlauch (Allium schoenoprasum)Rosmarin passt beispielsweise perfekt zu Karotten, da er die lästige Karottenfliege fernhält. Zudem eignet sich auch eine Pflanzung neben Kohl, da er auch hier den bekannten Kohlweißling abhält. Sobald der Rosmarin blüht, zieht er zudem viele Nützlinge an und verbreitet ein wunderbar, duftendes Aroma. Schlechte Nachbarn von Rosmarin: Schnittlauch, Liebstöckel, Topinambur, ZwiebelRosmarin (Salvia rosmarinus)Der Name ist Programm beim Bohnenkraut , denn diese Pflanzen hält bei einer Mischkultur mit Bohnen die lästige schwarze Bohnenlaus fern und hilft beim Wachstum der Pflanze. Zudem profitieren Pflanzennachbarn vom intensiven Aroma, darunter Tomaten, Paprika, verschiedene Kohlsorten, Salate, Rote Beete und Zwiebeln. Schlechte Nachbarn von Bohnenkraut: Minze, Basilikum, Liebstöckel, TopinamburBohnenkraut (Satureja)Genauso wie Kräuter strömen auch Blumen einen intensiven Duft sowie ätherische Öle aus, was Schädlinge fernhält. Zusätzlich locken sie durch ihre Blütenpracht unzählige Nützlinge an und Sie müssen sich so keine Sorgen machen, dass Ihre Gemüsepflanzen nicht bestäubt werden bzw. können sich auf eine größere Ernte freuen. Setzen Sie bei einer Mischkultur mit Blumen auf ungefüllte Blätter (Blütenblätter sind rund um die gut sichtbaren Staubblätter), da die Insekten hier leichtes Spiel bei der Bestäubung haben. Zudem ist es wichtig, viele verschiedene Arten im Garten einzusetzen, da die Vielfalt auch unterschiedliche Insekten mit verschiedenen Nutzen anlockt und Sie so ein breites Spektrum haben. Mehr Artenvielfalt bei den Nützlingen bedeutet weniger Schädlinge in Ihrem Garten und besseres Pflanzenwachstum sowie ein höherer Ertrag. Auch der optische Effekt darf nicht außen vorgelassen werden, denn ein buntes Blütenmeer ist auch besonders schön anzusehen.Blumen im GemüsebeetAchten Sie bei der Zwischenpflanzung oder bei der Bepflanzung am Beetrand immer darauf, dass manche Blumen mehr Platz brauchen und höher wachsen. Setzen Sie daher Blumen nur punktuell im Gemüsebeet ein und schaffen zusätzlich in der Nähe ein reines Blumenbeet, damit Sie auch so mehr Vielfalt in Ihren Garten bekommen und die Vorteile genießen können. Mit Blumensamenmischungen bringen Sie auf einmal eine große Vielfalt an Blumen in Ihren Garten. In diesem Fall ist aber zu empfehlen, dass Sie sie in ein eigenes Blumenbeet oder direkt in der Wiese ausbringen, je nach Art. Es gibt auch essbare Blumenmischungen die sich perfekt in einem Beet mit beispielsweise Pflücksalat eignen. Achtung: Achten Sie darauf, dass die Blumen Samen bilden und diese nach dem Verwelken auf den Boden fallen. Dadurch gelangt der Samen in die Erde und es können neue Pflanzen entstehen, wobei sie auch teilweise eine große Fläche des Beetes einnehmen können. Sollten Sie dies vermeiden wollen, so schneiden Sie die gerade verwelkten Blütenköpfe mit den Samen ab und lagern Sie sie trocken für die Aussaat im nächsten Jahr. Einige der nachstehenden Blumen sind bekannt dafür, sich gerne unkontrolliert zu vermehren.Die Ringelblume hat lange Pfahlwurzeln, welche den Boden auflockern und die Struktur maßgeblich verbessern. Zudem scheiden ihre Wurzeln bestimmte Stoffe aus, die schädliche Fadenwürmer fernhält und auch Schnecken meiden diese Blume eher. Pflanzen Sie die Ringelblume neben Kohl, Bohnen und Tomaten. Bei einer Pflanzung mit Kartoffeln kann die Blume die Kraut- und Knollenfäule vorbeugen. Die Blüten der Ringelblume sind außerdem essbar und passen perfekt zum Garnieren oder in Salate. Schlechte Nachbarn von Ringelblumen: Topinambur, Liebstöckel, ThymianRingelblume (Calendula officinalis)Kapuzinerkresse wächst schnell und ist ein toller Bodendecker bzw. wächst sie auch oft gern am Rand vom Hochbeet hinunter. Die Pflanze wird oftmals angesetzt um Schädlinge anzulocken und so von wichtigen Gemüsepflanzen fernzuhalten. Sie wehrt jedoch Raupen, Schnecken, Ameisen und Co. auch ab. Die Kapuzinerkresse ist besonders nützlich im Anbau mit Kürbisgewächsen (Zucchini, Gurken und Kürbisse), da sie Unkraut unterdrückt und mit ihren Wurzeln die Erde gut auflockert. In einer Mischkultur mit Tomaten, Kartoffeln und Bohnen macht sie sich auch sehr gut. Blüten sowie Blätter sind essbar, wobei letztere leicht scharf und ein wenig nach Kresse schmecken. Perfekt für Salate, zum Garnieren oder für eine leckere Kräuterbutter zu Grillgemüse. Schlechte Nachbarn von Kapuzinerkresse: Kohlarten (lockt Kohlweißling an). Dill, Koriander, Petersilie, FenchelKapuzinerkresse (Tropaeolum)Die strahlend blaue Kornblume lockt Gallwespen und andere Feinde der Kohlweißlinge und Kohleule an und ist somit ein guter Begleiter bei Kohlarten. Auch diese Blüte ist essbar und kann hervorragend als Garnitur, in Salaten oder auch als heilender Tee eingenommen werden. Schlechte Nachbarn von Kornblumen: Keine bekanntKornblume (Centaurea cyanus)Wie die Kapuzinerkresse lockt auch die Studentenblume Schädlinge im Garten an und lenkt so von den Gemüsepflanzen ab. Zudem sondert Sie bei Verzehr ein Gift ab, welches manche Insekten auch verenden lässt. Sie sind außerdem hervorragend zur Verbesserung der Bodenstruktur und können dank ihres niedrigen Wuchses gut als Bodendecker dienen und so vor Austrocknung schützen. Pflanzen Sie diese Blume neben Bohnen, Gurken, Kartoffeln, Kohl, Lauch, Salat, Tomaten, Zwiebeln und Co. an und Ihr Gemüse wird sicherlich davon profitieren. Die Blüten der Tagetes sind essbar, jedoch nicht von jeder Sorte. Schlechte Nachbarn von Studentenblumen: Keine bekanntStudentenblume (Tagetes)Kamille ist nicht nur eine Heilpflanze, sondern unterstützt auch Kohlarten beim Wachstum, sorgt für Widerstandskraft und macht manche Pflanzen sogar weniger anfällig für Pilzkrankheiten. Sie hält außerdem die Lauchmotte fern. Lauch, Kartoffeln, Kohlrabi, Kohlarten, Bohnen, Karotten, Salate und Zwiebel profitieren von einer Mischkultur im Gemüsebeet. Bei der echten Kamille sind Blätter, Knospen und Blüten essbar. Schlechte Nachbarn von Kamille: Minze, Liebstöckel, Topinambur, Zinnie, AsterKamille (Matricaria)Die beeindruckende Sonnenblume eignet sich auch sehr gut zur Mischkultur mit Gemüse. Sie ist nicht nur ein wahrer Magnet für Bienen und Hummeln, sondern auch ein effektvoller Hingucker im Garten, dank der oftmals ansehnlichen Größe. Zudem freuen sich auch die Vögel über Nahrung, denn sie bedienen sich direkt am Blütenkopf, sobald sich die Sonnenblumenkerne gebildet haben. Sonnenblumen sind tiefwurzelnd und lockern somit schwere Böden auf. Sie brauchen jedoch insgesamt recht viel Platz, Nährstoffe und Wasser, was beim Anbau berücksichtigt werden sollte. Wenn Sie die Blütenpracht nicht in Ihrem Gemüsebeet haben wollen, dann eignet sich eine Pflanzung in der Nähe, damit Sie von ihr trotzdem profitieren können. Im Gemüsebeet passt sie gut zu Gurken, Kürbis, Zucchini, Brokkoli, Karotten, aber auch Bohnen und Erbsen, die an ihrem langen Stamm hinaufklettern können. Die Sonnenblume spendet dank ihren großen Blättern und Blumenköpfen zudem viel Schatten und schützt vor starkem Wind. Bei der Sonnenblume sind Kerne, Blütenblätter sowie der Blütdenboden (zubereitet wie Artischoke) essbar. Schlechte Nachbarn von Sonnenblumen: Topinambur, Kartoffeln, LiebstöckelSonnenblume (Helianthus annuus)Das Schmuckkörbchen , auch Cosmea, Schmuckblume oder Kosmee genannt, wächst sehr schnell und lockt viele Nützlinge an. Sie zieht zudem Blattläuse an, wobei das umliegenden Gemüsepflanzen zugutekommt, die auch anfällig für den Schädling sind. Auch die Cosmea ist nicht giftig für Menschen sowie Tiere und ist sogar essbar. Schlechte Nachbarn von Schmuckkörbchen: Keine bekanntSchmuckkörbchen (Cosmos bipinnatus)Die Bienenweide , auch Phacelia oder Bienenfreund genannt, ist im Garten ein wahrer Segen. Sie zieht nicht nur unzählige Nützlinge an, sondern kann auch als Gründüngung verwendet werden. Sie verbessert die Bodenstruktur nachweislich, wird oftmals auch als Nachkultur angepflanzt und über den Winter als Mulchschicht verwendet. Phacelia eignet sich auch gut um schädliche Nematoden im Boden sowie Kartoffelkäfer zu vertreiben. Phazelien sollten Sie jedoch nicht verzehren, da die enthaltenen Stoffe hautreizend sind und allergische Reaktionen auslösen können. Sie ist jedoch nicht giftig. Schlechte Nachbarn von Phacelia: Keine bekanntBienenfreund (Phacelia tanacetifolia)Lavendel ist nicht nur für uns Gärtner eine besonders gut duftende Staude, sondern auch Schmetterlinge, Bienen und andere Nützlinge fliegen regelrecht darauf. Die Pflanze wehrt hingegen Kohlweißlinge ab und ist nützlich bei Blattläusen und Mehltau. Gute Mischkultur bildet der Lavendel mit Kartoffeln oder Kohl und verstärkt in Kombination mit Kräutern wie Thymian, Oregano oder Rosmarin oftmals deren Aroma. Schlechte Nachbarn von Lavendel: PetersilieLavendel (Lavandula)Auch die Blüten vom Borretsch locken jede Menge Insekten an. Er steigert durch bestimmte Stoffe den Ertrag bei Gurken, Zucchini oder Paprika und schützt Kohlarten vor dem Kohlweißling. Zudem eignet sich Borretsch auch gut als Mischkultur mit Erdbeeren und Salat. Die Blüten sind essbar und perfekt für einen Salat. Schlechte Nachbarn von Borretsch: Rucola, Petersilie, Liebstöckel, TopinamburBorretsch (Borago officinalis)Das waren sie nun, sieben starke Kräuter und zehn betörende Blumen, die sich perfekt als Mischkultur im Gemüsebeet eignen. Natürlich gibt es noch unzählige mehr, die Sie entdecken und einsetzen können. Probieren Sie sich langsam voran in der Welt der Mischkultur und entdecken, was für Sie am besten funktioniert. In der Zwischenzeit wollen wir Ihnen noch viele weitere, wichtige Tipps und Tricks mit auf den Weg geben, damit Sie zum richtigen Artenvielfalt- und Garten-Profi werden.