Auch wenn es eine geradezu unüberschaubare Anzahl an Spezialmaschinen zum Schleifen gibt, führt manchmal kein Weg an Handarbeit mit Schleifpapier, -schwamm oder -klotz vorbei. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn schnell eine Schnittkante entgratet werden soll, wenn die Oberfläche so empfindlich ist, dass jeder Maschineneinsatz mehr Schaden als Nutzen anrichten würde, oder wenn unzugängliche Ecken bearbeitet werden müssen, die sich selbst dem Deltaschleifer verschließen. Daher zeigen wir Ihnen alles, was Sie rund um das Thema Schleifen von Hand wissen sollten.
Den richtigen Schliff geben
Ihr Maschinenpark ist ja schön und gut, aber manchmal ist es einfach besser, klassisch von Hand zu arbeiten. Das feine Schleifen ist pftmals gar nicht so einfach. Kein Exzenterschleifer und kein Schwingschleifer geben Ihnen beim Schleifen so viel Rückmeldung und Abstufungsmöglichkeiten wie ein einfacher Schleifklotz mit einem Bogen Schleifpapier.
Es gibt zwei typische Situationen, in denen das gute alte Schleifpapier zum Einsatz kommt: zum einen bei kleinen Aufgaben wie dem Entgraten von Bohr- und Schnittstellen, bei denen ein Maschineneinsatz nicht sinnvoll ist, zum anderen beim letzten Schliff, bei dem mehr kontrolliert und poliert als Material abgetragen wird.
Ein weiterer Vorteil des manuellen Schleifens ist, dass sich die Kosten in einem sehr überschaubaren Rahmen halten. Ein Schleifklotz kostet nicht viel und hält ein halbes Handwerkerleben lang. Ein Bogen Schleifpapier hält sich mit den Kosten ebenfalls in Grenzen. Noch besser: Eine Energiequelle (Stromleitung oder Akku) wird auch nicht benötigt, was die Arbeit im Freien noch einfacher macht.
Es steht also fest: Sie brauchen eine Ausstattung zum manuellen Schleifen. Wir zeigen Ihnen, was Sie einkaufen müssen und wie Sie es anschließend einsetzen können.
Praktische Schleifhilfen für jede Gelegenheit
Ob Schleifschwamm, Schleifklotz, Entgrater oder Handschleifer – es gibt zahlreiche praktische Helfer, ohne die das Schleifen von Hand zur mühseligen Angelegenheit wird. Damit Ihnen das nicht passiert, finden Sie hier alles, um Ihre Werkstatt für das nächste Schleif-Abenteuer gut auszurüsten.
Schleifen mit der Hand – das gehört dazu!
Handschleifklotz oder Handschleifer
Der gehört immer dazu, denn das Schleifpapier lässt sich nur schwer mit der Hand führen. Ein improvisierter Schliff wäre außerdem nie gleichmäßig. Beim klassischen Korkklotz wird das Schleifpapier um den Korpus gelegt und mit der Hand fixiert. Beim größeren Handschleifer übernehmen zwei stabile Klammern das Halten des Schleifpapiers.
Klassisches Schleifpapier
Meist hell eingefärbt. Die Körnung reicht von 40 bis 240 und es kann mit einer groben Haushaltsschere zugeschnitten werden. Es eignet sich für Weichholz, lasiertes Holz und Sperrholz.
Hochwertiges Schleifpapier „Super“
Meist rötlich eingefärbt. Körnung von 40 bis 400. Kann leicht zugeschnitten werden. Es ist für Hartholz, Kunststoffe, Acrylglas etc. geeignet.
Nassschleifpapier
Schwarz-grau eingefärbt mit einer Körnung von 80 bis 1.000. Kann nass oder trocken eingesetzt werden und eignet sich für feine Arbeiten auf harten Oberflächen wie Metall und lackierten Flächen. Vor dem Nassschliff sollte das Papier einige Minuten in Wasser eingeweicht werden sowie auch die Schleiffläche beim Arbeiten immer gut nass halten. Am besten funktioniert es mit einem Gummischleifklotz.
Stahlwolle
Das „Schleifpapier“ für Mechaniker. Die Körnung zählt hier typischerweise von 000 bis 3: Je höher die Zahl, desto gröber die Wolle. Entrosten, Schleifen, Reinigen – die Stahlwolle eignet sich für Stahl und Eisen (Korrosion!), nur gelegentlich auch für spezielle Effekte auf Holz.
Welche Körnung ist für meine Oberfläche geeignet?
Gängig sind Körnungen von 40 bis 400, wobei die Abgrenzung zwischen „grob“ und „fein“ nicht sehr trennscharf ist. Jede Organisation und jeder Hersteller nutzt hier andere Grenzwerte. Als Faustregel für Holz kann gelten:
Grober Schliff: alles bis Körnung 80
Mittlerer Schliff: Körnung 80 bis 120
Feiner Schliff: alles von 120 bis 180
Alles darüber ist extra fein. Auf der Rückseite des Bogens finden Sie alle wichtigen Informationen zum Schleifpapier: Körnung, Wassereinsatz, Materialempfehlung, Sicherheitshinweise etc.
Wie soll das Papier geführt werden?
Bei Holz wird generell mit der Faser geschliffen. Wer quer zur Faser arbeitet, zerkratzt das Holz und wird später Probleme haben, eine plane Oberfläche zu schaffen. Deshalb sollte man in der Fläche grundsätzlich einen Schleifklotz oder einen Handschleifer verwenden, um gleichmäßig Druck aufzubauen und das Schleifpapier auf voller Breite arbeiten zu lassen. Um die Fasern wieder aufzurichten und den letzten Schliff perfekt zu machen, kann man zwischendurch mit einem nebelfeuchten Schwamm über das Holz gehen. Danach muss das Holz trocknen, erst dann kann weitergeschliffen werden!
Schutzkleidung ist Pflicht
Schleifstaub, insbesondere von Harthölzern, ist nicht gesund. Deshalb sollten Sie beim manuellen Schleifen die gleichen Schutzvorkehrungen treffen wie bei der Arbeit mit Schleifmaschinen. Dazu gehören eine Staubschutzmaske und eine eng anliegende Schutzbrille. Wer empfindlich ist oder bereits angegriffene Haut an den Fingern hat, sollte beim Schleifen mit Stahlwolle auch dichte Handschuhe tragen.
Unbedingt beachten: Mit Stahlwolle kann man gut Ecken schleifen. Wenn Sie dann nicht mit Handschuhen arbeiten, ist das recht unangenehm für die Finger. Sie können die Stahlwolle wie Zuckerwatte auf ein Rundholz drehen, so schonen Sie Ihre Hände.
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