Werkbank mit Hängeschrank selber bauen

Mario Mujkic aka „WoodSpezi“ hat eine Leidenschaft für Holz. Etwa vier bis fünf Mal pro Woche tüftelt Mario an neuen Holz-Bauideen, selbst entworfenen Maschinen und Maschinen-Weiterentwicklungen. Denn der Software-Entwickler kombiniert gerne seine technischen und handwerklichen Kenntnisse miteinander. Sehr zur Freude seiner 75.000 Youtube-Follower (Stand: Dezember 2021). Sein neuestes Holz-Werkstück ist diese kompakte und klappbare Werkbank mit Schrank, die in Marios Autogarage hängt. Die platzsparende Werkbank kann aber auch im Arbeitszimmer, im Gartenhaus, auf dem Balkon oder unter einer überdachten Terrasse einen Platz finden. Das Beste: Der Nachbau gelingt auch ungeübten Handwerker. Zudem sind nur wenige Werkzeuge und Materialien nötig. 

1. Wandhalterung für die Werkbank bauen

Bauen Sie als erstes die Wandhalterung der Werkbank. Diese besteht aus einem Brett, das später mit fünf 50-mm-Senkkopfschrauben und 8er-Dübeln an der Wand verschraubt wird. Sägen Sie hierfür zunächst ein 12-mm-Multiplex-Brett in den Maßen 80 x 30 cm zurecht.

An diesem Brett befestigen Sie vier Halter, je 24 x 10 cm groß, aus 15-mm-Multiplex. In diese vier Halter bohren Sie vorab noch mit dem Forstnerbohrer je ein 30-mm-Loch im Abstand von 5 cm vom linken und rechten Rand und im Abstand von 35 mm zum oberen Rand. Dort wird später der Rundstab für die Klappvorrichtung eingefügt. 

Beachten Sie: Für den Zuschnitt eignet sich am besten eine Tauchsäge, da mit ihr exakte Schnitte in kürzester Zeit möglich sind. Aber auch der Zuschnitt mit einer Stichsäge ist möglich.

Verleimen und verschrauben Sie die vier Halter am Brett mit 4,5 x 30-mm-Senkkopfschrauben. Befestigen Sie anschließend jeweils zwei Halter links und zwei rechts am großen Brett, direkt am Rand im Abstand von 15 mm zueinander. 

2. Platte der Werkbank vorbereiten

Sägen Sie die 15-mm-Werkbankplatte mit einer Größe von 80 x 50 cm zu. Die Platte selbst erhält außerdem zwei Reihen von 20-mm-Löchern – diese dienen später zum Spannen von Werkstücken. Bohren Sie die Löcher im vorderen Bereich mit einem Lochabstand von 15 cm zueinander. Verwenden Sie als Maßvorgabe Tischzwingen oder Werkbankniederhalter mit dem passenden Zapfendurchmesser. 

3. Klappmechanismus der Werkbank

Bereiten Sie als nächstes die beiden unteren Bretter der Werkbankplatte vor, die später für den Klappmechanismus wichtig sind. Sie können wahlweise trapezförmig oder rechteckig sein und bestehen aus 15-mm-Multiplex mit den Maßen 40 x 14 cm. Bohren Sie in beide Bretter mit dem Forstnerbohrer jeweils zwei 30-mm-Löcher. Dabei wie im ersten Schritt bei den Haltern vorgehen, jedoch werden die beiden Löcher im 85-mm-Abstand zueinander gebohrt.

Die beiden Löcher anschließend mit einer Stichsäge zu einem Langloch aussägen. Wichtig hierbei ist, dass die untere Ecke, die zur Wand zeigt, die gleiche Rundung aufweist wie die 30-mm-Bohrung. Die Rundung muss vom Mittelpunkt des unteren 30-mm-Lochs ausgehen und darf den Radius von 50 mm nicht überschreiten. Zeichnen Sie die Rundung vorab am besten mit einem Zirkel auf. Zum Schluss wird die Rundung mit einem kleinen Exzenterschleifer glatt gemacht und auf exaktes Maß gebracht.

Nun verleimen und verschrauben Sie die Bretter an der Unterseite der Werkbankplatte links und rechts mit 4,5 x 30-mm-Senkkopfschrauben.

Beachten Sie: Die Bretter 15 mm vom Rand anbringen, damit sie in die Öffnung der zuvor gebauten Halter passen.

4. Klappstützen der Werkbank bauen

Zur besseren Stabilität bringen Sie unter der Werkbankplatte Klappstützen an, die mit Scharnieren versehen sind.

Die Klappstützen werden dreieckförmig aus 40 x 40-cm-Fichte-Kanthölzern aufgebaut. Das obere Kantholz, das Druck auf die Platte ausübt, hat eine Länge von 30 cm. Das im 90-Grad-Winkel anliegende Kantholz hat eine Länge von 24 cm und das in 45 Grad angebrachte Kantholz, das die beiden anderen stabilisiert, ist 34 cm lang.

Sägen Sie alle Kanthölzer-Elemente zurecht, verleimen und verschrauben sie mit 5 x 60-mm-Senkkopfschrauben miteinander. Befestigen Sie die Klappstützen oben und unten mit Scharnieren. 

5. Elemente der Werkbank zusammenbauen

Zum Schluss müssen Sie noch die Werkbankplatte auf die Wandhalterung aufstecken. Damit alles hält schieben Sie durch die vorbereiteten Löcher links und rechts jeweils ein 30-mm-Buche-Rundstab mit einer Länge von 8 cm.

Damit ist die Werkbank fertig. Sie wird später, wenn auch der Hängeschrank fertig ist, mit geeigneten Dübeln und passenden Schrauben an die Wand gebracht.

6. Böden, Rückseite, vertikale Bretter und Seitenbretter des Hängeschranks

Ratgeber Werkbank: Grundkonstruktion des Hängeschrankes

Nehmen Sie nun den Hängeschrank in Angriff. Sägen Sie hierfür aus 12 mm starkem Multiplexplatten die verschiedenen Holzelemente zurecht: Die beiden vertikalen Seiten haben ein Maß von 64 x 25 cm. Die drei horizontalen Böden messen 72,6 x 25 cm.

Ist alles zugesägt, verleimen Sie die beiden unteren Böden im 10-cm-Abstand zueinander mit den Seiten und verschrauben sie mit 3,5 x 25-mm-Senkkopfschrauben. Die beiden Böden bilden die Trennebene für drei kleine Schubladen. Die gleichmäßige Trennung entsteht durch zwei Bretter (10 x 25 cm). Diese werden nur durch Leim befestigt. 

Verleimen und verschrauben (3,5 x 25-mm-Senkkopfschrauben) Sie nun den obersten Boden im 40-cm-Abstand vom mittleren Boden.

Genau mittig, also im Abstand von 36,3 cm, verleimen Sie außerdem ein Brett (40 x 25 cm) vertikal: Es teilt den großen Raum in zwei auf und stellt je eine Schrankseite dar, die später mit einer Tür versehen wird.

Über dem obersten Boden verleimen und verschrauben (3,5 x 25-mm-Senkkopfschrauben) Sie ebenfalls zwei Bretter, je 25 x 10 cm, im gleichen Abstand zueinander.

7. Schubladen, Türen und Endmontage des Hängeschranks

Der Hängeschrank erhält drei Schubladen im unteren Bereich. Sägen Sie zunächst die Einzelteile der Schubladen aus 9-mm-Multiplex zurecht: Die Seiten haben je eine Länge von 25 x 9 cm, die Vorder- und Rückseite messen 21,3 x 9 cm. Der Boden hat die Maße 23,1 x 25 cm.

Haben Sie alle Bretter zurechtgesägt, verleimen Sie alle Teile miteinander. Da die Schubladen keine großen Gewichte fassen müssen, ist ein Verschrauben nicht nötig.

Um den Schrank an der Wand befestigen zu können und um zu verhindern, dass Staub in die Schubladen eindringt, leimen und verschrauben (3,5 x 25-mm-Senkkopfschrauben) Sie am Hängeschrank noch zusätzlich eine 12-mm-Multiplex Rückwand mit den Maßen 64 x 75 cm. 

Die Türen des Schranks bestehen aus 12 mm starkem Siebdruckplatten. Dafür zwei Bretter mit dem Maß 37,1 x 41,6 cm zuschneiden und jeweils mit dem Forstnerbohrer ein 30-mm-Loch in die Ecke bohren. Es dient als Griff, um die Türen später problemlos öffnen zu können.

Versehen Sie beide Türen mit jeweils zwei Topfscharnieren, befestigen die passende Flügelmontageplatte an den Schrankseiten und verbinden beides miteinander.

Bringen Sie an den Schubladen außerdem Blenden an. Dafür für jede Schublade eine 24,8 x 11,5 cm große 12-mm-Siebdruckplatte Platte zurechtsägen. Sie wird dann jeweils mit der Vorderseite der Schublade mit drei 3,5 x 16-mm-Senkkopfschrauben verschraubt.

Als Griff für die Schubladen dienen außerdem je 3 cm lange Reste des Buche-Rundholzes.

Beachten Sie: Wer es gerne griffig mag, kann das Griff-Rundholz mit einer Rundfeile leicht abrunden, so dass die Finger beim Öffnen besser Halt finden.

Zum Schluss befestigen Sie den Schrank und die Werkbank mit Dübeln und passenden Schrauben an der Wand. Und jetzt: Viel Spaß beim Werken! 

Zuschnitt nach Maß

Ob fertig lackiert und „wandfertig“ oder unbehandelt und in Wunschgröße: Bei BAUHAUS finden Sie das perfekte Brett für jedes Vorhaben. Sie können ausgewählte Holzplatten auch direkt vor Ort und ganz nach eigenen Vorstellungen von den BAUHAUS Fachberatern millimetergenau zuschneiden lassen.

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